Nina in North Amerika : Mein Auslandstagebuch

Freitag, 04.09.2009 Schule & Cross Country Practise

Wow. Schon wieder ist ein Erlebnis vorbei: Mein erster Schultag an einer amerkanischen high school. Ja und nicht nur der erste Schultag ist geschafft, nein sogar auch schon der zweite. Time is flying by, mehr kann ich dazu wirklich nicht sagen. Ein wenig erschreckend, aber auch ein sehr gutes Zeichen und ich muss sagen :
Pentucket regional high school is awesome Lachanfall. Doch bevor ich beginne, vom Leben an einer amerikanischen High School  zu erzählen, beginne ich erstmal mit unserem Cross Country Practise, was letzen Donnerstag angefangen hat.

Wie ich schon in meinem letzten Eintrag erwähnt habe, fing also am Donnerstag, dem 27. August, unser Cross Country Training an. Jeder der im Team dabei sein wollte, sollte bei diesem Treffen anwesend sein. Da Sam und ich, beide gerne im Team sein wollten, stellten wir uns also darauf ein, uns Donnerstagmorgen auf den Weg zu machen und unser ersten Training hinter uns zu bringen. Der Harken an der Sache war jedoch, dass Eddi, Imelda und Tommy alle arbeiten waren und Conner, der uns stattdessen mitnehmen wollte, uns Donnerstagmorgen kurzfristig absagte ( warum kann nicht einfach mal was so laufen, wie man es sich vorstellt ). Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass es in den etwas kleineren Städten von Amerika keine öffentlichen Verkehrsmittel gibt ? Ja wahrhaftig. Es fuhr also kein Bus, keine Bahn und kein Taxi ( ! ), was uns zum Training hätte bringen können. Was blieb uns also anderes übrig, als die 5 1/2 Milen ( das sind etwa 9 Kilometer ) zu gehen. 1 Stunde und 45 Minuten brauchten wir von Merrimac bis West Newburry Food market, wo uns Amy, eine der Captains vom Cross Country Team, dann sah und mitnahm. An diesem Punkt muss ich einfach mal etwas Ironie einbringen : Der Spaziergang war traumhaft. Mit müden Beinen und schlechter Laune kamen wir dann, dank Amy jedoch pünktlich an. Seit Donnerstag haben wir also jeden Wochentag und  an manchen Samstagen Training. Doch ich kann schon von der ersten Woche sagen, dass es unglaublich anstrengend und hart ist: sehr, sehr viel speedwork, die Milenanzahl liegt meistens zwischen 5 und 6 Milen am Tag und dann noch exelerations. Mir schmerzt jeder Muskel meines Körpers, ich bin müde und möchte am liebsten nur noch faul auf der Couch liegen. Aber... ich liebe diese Erschöpfung. Wirklich es ist ein tolles Gefühl zu wissen, dass man was geleistet hat. Außerdem sind die Mädels und unser Coach super. Wir machen alles zusammen, lachen viel, singen beim Laufen und machen Spökes. Ja und wenn dann bald die Meetings kommen, gibt es am Tag vorher immer eine Pastaparty. Ich denke das wird toll. Jedenfalls gingen Sam und ich ab Donnerstag jeden Tag zum Training und mein erster Schultag an einer High School kam immer, immer näher.

Seit 9 Wochen hieß es Mittwochmorgen also das erste Mal wieder früh aufstehen und früh in Amerika ist nicht, wie in Deutschland 6 Uhr, 6.30 Uhr, nein früh aufstehen hier bedeutet 5.00 Uhr. Doch die Aufregung brachte mich ohne Schwierigkeiten aus dem Bett und um 7.00 Uhr saßen Sam und ich dann auch schon in Sarah's Auto und es ging in Richtung Merrimac. Die Fahrt von "zu Hause" bis zur High School dauert etwa 15 Minuten mit dem Auto und 45 Minuten mit dem Bus. Da kann man sicher verstehen, dass Sam und ich eine bequeme Fahrt im Auto bevorzugen.
Je näher wir zur High School kamen, desto nervöser wurde ich. Tausend Fragen schwirrten mir durch den Kopf : Wie werden die Leute da sein ? Was werden die Schüler von mir, der Neuen, mit dem komischen Akzent, denken ? Hoffentlich werde ich mich nicht verlaufen und was wenn doch ? Letztendlich muss ich sagen, dass es gar nicht so schlimm war. Alle, wirklich alle, ob Lehrer oder Schüler sind so freundlich und hilfsbereit.

Als erstes gab es ein Treffen im Homeroom, wo in meinem Fall alle Schüler, mit W als ersten Buchstaben im Nachnamen, alle Infoformationschreiben, Stundenpläne und Lunchpläne bekamen. Während ich also da saß und mir meinen Stundenplan anschaute, kam eine Durchsagen durch die Lautsprecher, alle standen auf, drehten sich zur amerikanischen Flagge, legten die Hand aufs Herz und sagten einen Spruch auf. Ja ! Ich war irritiert. Um nicht als einzige nichts zu sagen und nicht zu stehen bin ich dann auch einfach mal aufgestanden und habe irgendetwas vor mich hermurmelt. Oh my god, das war mir wirklich unangenehm. Nach dem Homeroom ging es dann zu meiner ersten richtigen Unterrichtsstunde: Journalism. Meine Lehrerin, Mrs. Ducolon, begrüßte mich an der Tür und zeigte mir meinen Platz. Der Unterricht war super. Wir sollten uns 10 Fragen ausdenken, mit denen wir nachher einen Partner intervien konnten In der nächsten Stunde hatte ich Englisch. Wie der Zufall es will, habe ich auch in Englisch Mrs. Ducolon, was, glaube ich, nur von Vorteil sein kann. Nach der Englischstunde ging es weiter zu Chemi und da kam es zu dem ersten kleinen Problem. Englisch war im Raum 103, Chemi jedoch in Raum 191. Also irrte ich durch die Gänge und fand Raum 191 nicht. Zum Glück kam Allyson vorbei, die ich vom Cross Country Practise kenne, und brachte mich zu Chemi. Mein Chemielehrer, Mr. Goguen, begrüßte uns, erzählte uns etwas über das kommende Jahr: Was er von uns erwartet, was wir lernen sollen und was unsere Themen sein werden. Mitten in der Stunde kam wieder eine Durchsage durch die Lautsprecher und alle sophomores ( 10. Klasse ) sollten in die Aula kommen. Da ich jedoch ein Junior ( 11. Klasse ) bin, blieb ich erstmal sitzen und überlegte was ich machen sollte. Mr. Goguen guckte mich schief an und fragte, warum ich denn nicht in die Aula ginge. Also ging auch ich in die Aula. Jedenfalls saßen ich und Carolin ( die andere deutsche Austaushschülerin ), die ich auf dem Weg zur Aula getroffen habe, dann letztendlich mit allen Sophomores in der Aula. Dieses Bild hättet ihr sehen müssen: Caro und ich setzen uns in eine Reihe, die bis jetzt noch ziemlich leer war ( wir waren eine der ersten Schüler ) und redeten ein wenig. Die Aula füllte sich während dessen und füllte sich und füllte sich... doch unsere Reihe blieb leer. Nicht, dass wir in der letzen Reihe saßen. Nein unsere Reihe war recht weit vorne und in der Mitte. Ja wir sind noch Außenseiter. Die neuen, wie gesagt mit dem komischen Akzent. Komisches Gefühl muss ich sagen, man fühlt sich so abgeschoben.
Nach der Besprechung ging es wieder zurück zu Chemi, wir bekamen unsere Bücher und dann klingelte auch schon die Schulglocke zum Unterrichtsschluss ( eine Unterrichtsstunde geht auch hier 45 Minuten). Mein 4. Fach, was ich an diesem Tag hatte, war World History bei Mr. Mandell. Auch er begrüßte uns an der Tür und gab jedem Schüler eine Karte. Auf meiner Karte stand: Nile ( dt.: Nil ). In meiner Geschichtsklasse traf ich Sarah, die auch im Cross Country Team ist. Sie sagte, dass ich mich gerne zu ihr und ihren Freunden setzten könnte und stellte mir Madelleine vor. Kurz darauf kam Mr. Mandell in den Raum und fragt jeden, was auf auf seiner Karte stand. Dass der Nil ein Fluss ist und in Ägypten ( Afrika ) liegt, weiß ich, nur was Ägypten auf English heißt, weiß ich nicht. Also saß ich da, stammelte etwas vor mir hin und fühlte mich erbärmlich. Ja das war der erste Moment an diesem Tag, wo ich am liebsten nur noch geweint hätte. Madelleine half mir glücklicherweise und sagte " The Nile is in Egypt" Na super Nina, Ägypten heißt Egypt. So ein großer Unterschied ist dazwischen jetzt auch nicht. In den Moment war ich mir 100 % sicher, dass jeder aus der Klasse denkt, ich bin dumm. Hmm.. ich hoffe mal, sie tuen es nicht. Aber auch Geschichte ging vorbei und Sarah, Madelleine und ich gingen zu meinem ersten Lunch. Wir hatten an diesem tag A-Lunch. 
Also wenn man sich Highschoolfilme wie High School Musical oder so anguckt, sieht man ja immer diese Gruppen : Footballer, Streber, ... . Und es ist wirklich so. Links sitzen die Footballer, rechts die Streber, dann gibts noch den Tisch der Musiker und so weiter und so fort. Ich hab immer gedacht, das ist eine Erfindung von Disnesy. Beim Lunch unterhielt mich mit ein paar Mädels, aß etwas und dann war er auch schon vorbei. Als nächsten kam: 5. Stunde World Foods bei Mrs. Anderson. Ich weiß nicht wie, aber ich habe ihren Raum sofort gefunden. Ein Sternchen für Nina :). Sie erzählte uns, dass wir im kommenden Semester Rezepte aus 6 verschiedenen Ländern kennenlernen würden ( ja scheinbar auch aus Germany), aber dass wir zuerst lernen würden richtig mit einem Messer und allem anderen umzugehen. Letzendlich verflog auch World Foods und die nächsten beiden Stunden ( Study Hall & Pre Calcus ). Um  14.15 klingelte es zum Schulschluss. Alle Schüler rannten regelrecht aus der Schule, doch Addie und ich gingen zu den "Girls Locker Romms". Von 14.45 Uhr bis 17.00 Uhr hatten wir dann Training. Als ich abends zu Hause war, war ich einfach nur noch müde. I have to say that a day of school and practise is wicked exhausting. But I like it. Ich mag die Leute und alles andere gerne und gehasst habe ich Schule ja auch nie.

Hier ist noch ein Bild von der High School und eins von Sam und mir vor der Schule.
Sam & ich vor unserem ersten TagPentucket Regional High School 1Pentucket Regional High School 2

Katie, Dani, Töni, Dinah, Svenja ich muss sagen, Schule ohne euch ist komisch. Ich hoffe, die Schule in Deutschland ist nicht soooo schlimm und ihr vermisst mich auch ein bisschen ;) Ich jedenfalls hab euch schon an meinem ersten Schultag in allerlei Situationen bei mir gewünscht.

Macht es gut, bis bald. Hugs, kisses and i miss you all ♥

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